Aktionsaufrufe Features

Landesjagdgesetz Thüringen: Fuchsjagd verbieten!

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition an die verantwortlichen Politiker.

Die rot-rot-grüne Landesregierung in Thüringen berät aktuell über eine Änderung des Jagdrechts. Das aktuelle Thüringer Jagdgesetz widerspricht in seiner derzeitigen Form im Grundkern den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie dem heutigen gesellschaftlichen Verständnis im Umgang mit anderen Lebewesen. Insbesondere Füchse dienen den Jägern als lebende Zielscheiben, denn weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht besteht ein Grund für die massenhafte Bejagung der Beutegreifer. Im Gegenteil, die Jagd auf Füchse ist unnötig, kontraproduktiv und grausam. Trotz dieser Fakten werden in Thüringen jedes Jahr etwa 20.000 Füchse von Jägern getötet. Dabei werden viele der Tiere angeschossen und flüchten mit blutigen Wunden oder werden in sogenannten Totschlagfallen regelrecht zerquetscht oder verstümmelt. Bei der Baujagd werden die Tiere von Jagdhunden aus ihrem schützenden Bau getrieben – auf diese Weise löschen Jäger ganze Fuchsfamilien aus. Die Jagdhunde werden dafür in sogenannten „Schliefenanlagen“ an lebenden Füchsen abgerichtet.

Hintergrund
Bereits im November 2015 fand im Thüringer Landtag die Auftaktveranstaltung des „Offenen Diskussionsprozesses“ zum Landesjagdgesetz Thüringen statt. Im Anschluss sind nach Angaben des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft 22 Stellungnahmen eingegangen, die ausgewertet wurden. Auch PETA hatte bereits im Januar 2016 eine ausführliche Stellungnahme eingereicht.

Aus Beuteneid und der Lust am Töten werden jedes Jahr allein in Deutschland etwa 500.000 Füchse von Jägern getötet. Ein Grund für die massenhafte Bejagung der Tiere besteht jedoch nicht, denn die von den Jägern angeführten Argumente beruhen auf längst widerlegten Annahmen und dem Jägerlatein.

Die Fakten sprechen für die Füchse
PETA setzt sich für ein bundesweites Verbot der Fuchsjagd ein – jedes Jahr werden in Deutschland bis zu einer halben Million Füchse von Jägern getötet. Die zum Teil noch immer geäußerten Bedenken gegenüber den Tieren beruhen auf längst widerlegten Annahmen: Die Gefahr einer Krankheitsübertragung durch Füchse ist nahezu auszuschließen. Deutschland ist seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut und der Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Parasitären Infektionskrankheiten Europas. Dass eine Bestandsregulierung mittels der Jagd nicht zielführend ist und sich vielmehr kontraproduktiv auswirkt, wurde längst durch umfangreiche wissenschaftliche Literatur dargelegt [1]. Fuchspopulationen regulieren sich aufgrund von Sozialgefügen sowie Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten selbst. Die Jagd hingegen zerstört stabile Sozialstrukturen, was bei Füchsen zu erhöhter Fortpflanzung und zur Wanderung einzelner Tiere führt. Die Jagd auf Füchse hat somit keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, da Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen oder gar überkompensiert werden. Auch zur Bestandserhaltung bedrohter Arten ist die Bejagung des Fuchses daher keine geeignete Maßnahme. Populationsrückgänge betroffener Arten wie beispielsweise des Feldhasen sind zudem überwiegend auf den Lebensraumverlust und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen. Zudem töten Jäger bundesweit selbst jedes Jahr mehr als 200.000 Feldhasen, allein in Thüringen etwa 2.000. Als Gesundheitspolizei sind Füchse ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Sie sichern nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere erbeuten und Krankheitsherde somit sofort eliminieren. Jäger hingegen töten bestenfalls nicht-selektiv.

Die Regierung in Luxemburg hatte schon ab April 2015 ein Verbot der Jagd auf Füchse für mindestens ein Jahr ausgesprochen – dieses wurde im Februar 2016 für das Jagdjahr 2016/2017 verlängert. In Deutschland hingegen geht das sinnlose Töten weiter.