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Animal-Hoarding-Verdacht bei Katzenzüchterin

Katzen leiden bei „Vermehrerin“ – zuständiges Amt greift nicht durch.

Zahlreiche Katzen leben bei einer Züchterin in einem Messie-Haus in Mecklenburg-Vorpommern. Die Tiere wirken lethargisch, einige sind krank und verwahrlost. In einem Außengehege sitzen mehrere verwurmte, dehydrierte, hungrige Kitten mit verklebten Augen. Eines ist bereits tot. Auch die anderen Katzenbabys sind in einem schlechten Zustand. Lokale Tierschützerinnen, die sich schon seit über einem Jahr für die Tiere engagieren, finden die Kitten und bringen sie sofort zu einem Tierarzt. Die kleinen Kätzchen überleben.

Diese Zustände der Kitten hält das Veterinäramt für „normal“.

Die erwachsenen Tiere im Haus der Burmakatzenzüchterin vegetieren zwischen Gerümpel und überfüllten Katzenklos. Der Ammoniakgeruch ist so stark, dass einem die Augen tränen. Verdreckte Möbel und Wände, mehrere Wochen alter Kot auf dem Boden – die unhygienischen Zustände bergen Krankheiten und Seuchengefahr.

Das Veterinäramt kennt die Katzenzüchterin schon seit langem. Achtzig bis hundert Tiere soll sie 2016 gehalten haben. Immer wieder wurden Auflagen zur „Bestandsreduzierung“ erteilt. Katzen sollten kastriert werden, die Zuchterlaubnis wurde ausgesetzt. Dennoch findet die Katzenhalterin immer wieder Ausreden, um weitere Tiere zu produzieren – und das Amt greift nicht durch.

Nur einen Tag, bevor dieses Foto aufgenommen wurde, soll das Amt die Tiere kontrolliert haben.

Auch Versuche der Tierschützer, der Frau Katzen abzunehmen und in ein gutes Zuhause zu vermitteln, scheitern. Denn die Züchterin leidet offenbar unter dem Animal-Hoarding-Syndrom. Sie sammelt und vermehrt die Tiere krankhaft, kann sich nicht von ihnen trennen und merkt nicht, dass die Katzen leiden.

PETA und lokale Tierschützer erstatteten Strafanzeige gegen die Katzenzüchterin sowie gegen das Veterinäramt des Landkreises Rostock, das auch nach Monaten nicht hart genug durchgreift, um das Leid der Katzen endlich zu stoppen. Die Strafanzeigen wurden abgewiesen. Daraufhin legte die Tierrechtsorganisation nun umfangreiche Beschwerde beim Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern ein.